„Vielen Dank für das Packerl, das vorhin vorm Tor stand.“ Mit dieser kurzen Nachricht bedankten sich Anette und Ingolf Hofmann Ende April für die Materialien zu den Naturgartentagen. Dann folgte eine Einladung, die uns neugierig machte: „Zur Zeit sind unsere Orchideenwiesen in Vollblüte. Sollte in den nächsten Tagen jemand von Ihnen zufällig im Süden unterwegs sein, dürfen Sie gerne zum Anschauen vorbeikommen!“ Das ließen wir uns nicht zwei Mal sagen, als „Natur im Garten Burgenland“-Experte Martin Cschötz in der Nähe war, konnte er sich von einem beeindruckenden Blütenmeer überzeugen.

Die Wahlburgenländer Anette und Ingolf Hofmann haben im Jahr 2000 ein rund vier Hektar großes Areal im Südburgenland gekauft. Zeitgleich mit der Hausrenovierung widmeten sie sich auch der gärtnerischen Bearbeitung des riesigen Grundstückes. Was einst ein intensiv genutzter Kukuruzacker war, sollte wieder lebendige Natur werden.

Der Weg zur Vielfalt: Weniger ist mehr

Die Aussaat einer einfache Wiesenmischung bildete den Grundstock. Von Beginn an hielt die Beweidung durch Ziegen die Fläche offen. Gemäht wird nur einmal im Jahr, um Winterfutter für die Tiere zu gewinnen. Durch diese extensive Beweidung konnte sich über die Jahre ein artenreicher Lebensraum entwickeln. Zuerst siedelten sich Margariten und Glockenblumen an, bald schon folgte die „Schopfige Traubenhyazinthe“.

Vor rund 15 Jahren haben die Hofmanns dann erstmals 10 bis15 Exemplare vom „Kleinen Knabenkraut“ entdeckt. Diese wild wachsende Orchidee steht im Burgenland unter Naturschutz – so wie übrigens auch alle anderen Orchideenarten. Dank der umsichtigen Pflege hat sich diese ausdauernde krautige Pflanze mittlerweile über die ganze Wiese ausgebreitet. Gemäht wird nämlich erst, wenn die Pflanzen abgeblüht sind und aussamen konnten.

Den Garten im Wandel begleiten

Insgesamt wird von den Hofmanns genau beobachtet und alle Maßnahmen im Sinne der Natur laufend angepasst. So wurden auf einem bisher nicht gemähten und beweideten Teil Haselnusssträucher gepflanzt. Die Beweidung wird gerade von Ziegen auf Schafe umgestellt.

Anette und Ingolf Hofmann öffnen am Sonntag, den 14. Juni im Rahmen der Naturgartentage ihre Türen. Orchideen werden keine mehr zu sehen sein, aber der wunderschöne Garten rund um das liebevoll renovierte Haus ist auf jeden Fall einen Besuch wert.