Seit 400 Jahren betreibt die Familie von Birgit Braunstein Weinbau in Purbach. Als die Winzerin 2001 selbst den Hof übernommen hat, stellte sie den Betrieb auf biodynamische Landwirtschaft um – eine echte Pionierleistung. Heuer hat sich die engagierte Winzerin um die „Natur im Garten Burgenland“-Plakette beworben. Außerdem durfte eine Delegation von Plaketten-Besitzer*innen sie in ihrer Funktion als Biodiversitäts-Botschafterin von Farming for Nature besuchen und mehr über ihre Arbeit erfahren.

Vergabe der „Natur im Garten Burgenland“-Plakette

Für die Plakettenvergabe wurde der Privatgarten der Familie Braunstein begutachtet. Er befindet sich mitten im Ortskern von Purbach in einem denkmalgeschützten Langstreckhof. In dem Garten wachsen zahlreiche Bäume, unter anderem ein 20 Jahre alter Olivenbaum und eine große Linde. Besonders gerne mag die Naturgärtnerin Rosen, die hier am Weingut und beim Gästehaus Wände und Rosenbögen verschönern. In einem zum Garten gehörenden Wirtschaftsbereich gibt es zudem eine Obstwiese mit Kirschen, Marillen und Granatäpfeln, die auch den Hühnern viel Freude bereitet.

Einblicke beim Bauernhofspaziergang

Beim Bauernhofspaziergang für die Plaketten-Besitzer*innen zeigte Birgit Braunstein, wie sie den Weinbaubetrieb nach den Prinzipien der biodynamischen Kreislaufwirtschaft führt und wie die Natur davon profitiert. Vieles davon lässt sich nämlich wunderbar auch im eigenen Privatgarten umsetzen.

Etwas außerhalb liegt die Ziegen- und Schafweide: Birgit Braunstein verwendet den Dung der Tiere als wertvollen Dünger für die Weingärten, was für dauerhaft lebendige Böden sorgt. In Zukunft soll der Einsatz der Tiere sogar noch erweitert werden. Auf der Weide tummeln sich zudem zahlreiche Ziesel, die auf den kurzrasigen Flächen einen idealen Lebensraum finden – eine echte Win-Win-Win-Situation für Menschen, Nutz- und Wildtiere.

Über die Weingärten verteilt stehen einzelne Bäume. Sie sorgen für Beschattung der Reben in den zunehmend heißen Sommern und sind ein idealer Lebensraum für viele Insekten und Vögel. Auch zwischen den Rebzeilen finden Wildtiere und Insekten ausreichend Platz, da Birgit Braunstein eine artenreiche Blühmischung eingesät hat, die hoch wachsen darf. Zudem sorgt diese Begrünung dafür, dass der Boden nicht so schnell austrocknet.

Abstecher zum Trockenrasen

Auf einem nahegelegenen Trockenrasen im Leithagebirge bewunderten die Teilnehmer*innen eine speziell angepasste Pflanzengemeinschaft, zu der viele seltene Arten wie Federgras oder Adonisröschen gehören. Auf den extensiv beweideten Flächen wachsen mehr als 60 verschiedene Pflanzenarten. Da pro Pflanzenart in etwa 10 Tierarten vorkommen, handelt es sich dabei um einen echten Hotspot der Biodiversität. Gemeinsam wurde darüber diskutiert, wie man solche artenreichen Lebensräume auch im eigenen Garten schaffen kann – zum Beispiel, indem man manche Wiesenbereiche nicht mäht oder ein Sandarium (einen mageren Sand-Lebensraum für Wildbienen) anlegt.

Bevor zum Abschluss ein Glas des köstlichen Weines verkostet werden durfte, zeigte Birgit Braunstein den Gästen noch, wie sie spezielle biodynamische Präparate herstellt und auf dem Hof einsetzt, um den natürlichen Kreislauf zu vollenden.

Burgenländisches Bildungswerk

Joseph Haydn-Gasse 11
7000 Eisenstadt
Tel.: 02682/62282
Email: office@bgld-bildungswerk.at

Datenschutz-Übersicht

Diese Website verwendet Cookies, damit wir Ihnen die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in ihrem Browser gespeichert und führen Funktionen aus wie zB. das Wiedererkennen von Website-Besuchern. So können Inhalte schneller geladen werden.