Gleich beim ersten Blick fällt die überbordende Fülle an blühenden Stauden und bunten Wieseninseln auf. Eher eine Seltenheit um diese Jahreszeit. Frau Würzburger begrüßt ihre Besucherin mit dem Satz: „Also bei mir muss alles für die Tiere sein.“ Danach sucht sie die Pflanzen aus. Das war nicht immer so. 2012, als das Haus noch nicht stand, wurde erst mal eine meterlange Hecke aus Kirschlorbeer gesetzt, damit es auch im Winter grün ist und man Sichtschutz hat. Mittlerweile weiß die Gartenbesitzerin um den geringen ökologischen Wert dieser Pflanze und hat vor Teile davon durch heimische Wildsträucher zu ersetzen. Hilfe könnte sie von „ihrem“ Biber bekommen, der unten an der Pinka wohnt und sich jedes Jahr den Heckenschnitt holt.
Einfach nur zum Staunen sind die Tierbegegnungen, die in diesem Garten stattfinden. Und alle tierischen Besucher haben selbstverständlich einen Namen. Der Maulwurf heißt Pauli, und es wird erwartet, dass er fleißig arbeitet. Denn die Erde der Maulwurfshügel sei die beste und wird gebraucht. In der Garage nächtigt Wühlmaus Fredi luxuriös in einem Strohbett. Darunter gibt’s feinstes Körndlfutter für ihn. Auch ein eigener Ein- und Ausgang steht ihm zur Verfügung. Die tierliebende Gartenbesitzerin zitiert Karl Ploberger: „Wenn man einen Garten hat, muss man auch die Mäuse mögen.“
Auf der untersten Stiege an der Pinka wird Hühnerfutter gestreut, das jeden Tag von 70 – 80 Enten verzehrt wird. Außerdem ist da noch Rabe Egon, der einmal so lange gerufen hat, bis Frau Würzburger nachschauen kam, was denn los sei. Er führte sie zu einem Baum, in dem eine Katze hing, und nicht mehr weiterkonnte. Gemeinsam mit dem Silberreiher und dem Schwarzstorch, die auch Stammgäste sind, flog Rabe Egon zu Weihnachten einige Runden ganz tief über den Garten, so als ob sie „Danke“ sagen wollten, erzählt Frau Würzburger.
Überall im Garten stehen Wasserschalen mit Ausstiegshilfen, denn die zahlreichen Insekten sollen nach dem köstlichen Blütenmahl auch ihren Durst stillen können. In einer stillen Ecke gibt es eine Unterkunft für den Igel, auch Totholzhaufen als Unterschlupf und Baumaterial findet man in diesem besonderen Garten. Die Wieseninseln werden in besonderen Formen geschnitten. Diesmal blüht ein Herz. Gemäht wird in Etappen, sodass immer genügend Blühendes stehenbleibt.
Die schöne Igel-Plakette wird mit einem freudigen Küsschen begrüßt, und man spürt die Wertschätzung für diese Auszeichnung. Herzliche Gratulation und danke für die tollen Tiergeschichten!
Burgenländisches Bildungswerk
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