2023 wurde der Streuobstanbau in Österreich offiziell in das nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen. Damit soll das Bewusstsein für diesen wertvollen Kultur- und Naturraum gestärkt werden.

Streuobst im Fokus

Die Streuobstwiese hat im Burgenland eine große Tradition. Großkronige, hochstämmige Obstbäume (wie Äpfel, Birnen, Kirschen, Pfirsiche, Marillen oder Zwetschken) stehen in lockeren Abständen („verstreut“) auf einer Wiese. Vielfach handelt es sich dabei um robuste, alte Sorten, die gut an das regionale Klima angepasst sind und ganz wunderbar schmecken. Die Fläche wird oft zugleich auch als Weide für Tiere oder für die Gewinnung von Heu verwendet.

Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen. In den alten Bäumen und im Gras finden zahlreiche Insekten, Vögel und Kleinsäuger ein Zuhause.

Streuobst-Kompetenzzentrum

Eine Institution, die sich dem Streuobst und dem Wissen darüber ganz besonders verschrieben hat, ist das Streuobst-Kompetenzzentrum der Wieseninitiative in Burgbauberg-Neudauberg. Im April 2025 wurde es seiner Bestimmung übergeben. Hier bündelt sich das Wissen über die ökologische Schatzkammer Streuobstwiese. Mit einem reichhaltigen Kursangebot und der Bereitstellung von Technik (z.B. der mobilen Saftpresse) ist es zentrale Anlaufstelle für alle – von Hobbygärtner*innen bis hin zu landwirtschaftlichen Betrieben, die sich dem Erhalt und der Pflege von Streuobstwiesen und der sinnvollen Nutzung von Streuobst widmen.

Auszeichnung mit der Natur im Garten-Plakette

Die Fläche rund um das Gebäude erfüllt alle Kriterien eines Naturgartens und wurde dafür heuer mit der „Natur im Garten Burgenland“-Plakette ausgezeichnet. Auf dem Gelände gibt es selbstverständlich eine Streuobstwiese. Die vorhandenen Bestände werden durch das Auspflanzen von noch mehr Apfel- und Obstbäumen verjüngt. Ein kleiner Gemüse- und Kräutergarten war zum Zeitpunkt der Besichtigung bereits angelegt. Standortgerechte Wildsträucher, blühende Stauden und Blumen – vieles davon zum Zeitpunkt des Besuches frisch gepflanzt – prägen das Erscheinungsbild. Wildwuchs wird zugelassen, Totholz, Steinhaufen und eine Trockenmauer sorgen für noch mehr Biodiversität. Für das Regenwasser wurde eine Versickerungsgrube gebaut. Und wie beim schönen Staketenzaun, werden auch überall sonst natürliche Materialien verwendet.

Apfelkulinarium 2026

Auch wenn es während des gesamten Jahres ein breites Angebot im Streuobst-Kompetenzzentrum gibt, ein besonderes Highlight ist das Apfelkulinarium 2026. Dreizehn Tage lang – vom 13. – 25. Oktober – steht alles im Zeichen der Vielfalt: 150 Apfelsorten und 30 Birnensorten können verkostet und am letzten Wochenende auch gekauft werden, täglich gibt es Vorträge, Workshops, kommentierte Verkostungen, Betriebsvorstellungen, Sortenbestimmung und am letzten Wochenende einen großen, bunten Bauernmarkt.

Das komplette Programm ist auf https://streuobst-zentrum.at/ zu finden!

Burgenländisches Bildungswerk

Joseph Haydn-Gasse 11
7000 Eisenstadt
Tel.: 02682/62282
Email: office@bgld-bildungswerk.at

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